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Die Schule der aufgehenden Sonne
Manuela gründet und betreut Schulprojekte in den ärmsten Trabantenstädten von Lima seit über 14 Jahren. Zwei Schulen hat sie bereits an den
Staat übergeben, eine andere dient heute als berufliches Ausbildungszentrum. Warum diese Entwicklung? Weil die ehemaligen Brettersiedlungen der pueblos jóvenes (=junge Ortschaften) sich nach und nach zu Vorstädten
entwickeln. Die Menschen siedeln, wo Platz ist und das Land nichts kostet. Über mehrere Jahre folgen dann Elektrizität, Strassen, Kanalisation, Telefon und schließlich auch irgendwann staatliche Schulen.
Manuela investiert also dort, wo die Not am größten
ist. Dort, wo die ständig von überall in Peru zuströmenden Menschen sich niederlassen, weil die Nähe zur großen Stadt bessere Lebensumstände für die Familie verspricht.
In einer Wüstenzone namens Pachacútec, weit vor
den Toren Limas im Norden Richtung Ancón, steht die neueste Schule “Sol Naciente” (=aufgehende
Sonne). Seit Juli 1998 läuft dort der Schulbetrieb. Es gehen mittlerweile über 220 Kinder der Primaria (das ist etwa 1. - 6. Klasse) sowie der Inicial (entspricht unserer Vorschule, ca. 40 Kinder) in die
Schule. Aus kleinen Anfängen sind bis heute 6 Klassenräume der Primaria und 2 Klassenräume der Inicial entstanden.
Nicht nur zu Schuljahresbeginn im Juli, sondern auch das ganze Jahr über, erfreut sich die Schule eines stetigen
Wachstums. Allerdings gibt es immer wieder Eltern, die ihre Kinder aus der Schule zurückziehen (deserción escolar). Dies liegt ausschließlich an den Schulgebühren, die manche Familien sich nicht leisten können.
15 Soles für die Schulausbildung sowie 5 Soles für den Comedor, also die Schulspeisung pro Monat müssen die Eltern selbst aufbringen.
Die umgerechnet ca. 6 US-Dollar pro Monat sind für viele Eltern eine große Summe. Aber das “hohe” Schulgeld
zeigt den Armen auch, daß der Lehrplan, daß das Mobiliar, daß die Lehrmittel, daß sie selbst “etwas wert” sind.
Die Schule besitzt eine Zulassung vom staatlichen Bildungsministerium, ohne von diesem jedoch finanziell unterstützt zu werden. Demzufolge ist die Schule auf fremde finanzielle Hilfe angewiesen, denn das Schulgeld
reicht zur Kostendeckung nie und nimmer.
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