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Die Wüste lebt... Aberhundertausende strömen zwischen die vormals menschenleeren Dünen, und die "Invasionen" hören nicht auf. Wer vor 20 Jahren eine
Straße in der Küstenwüsten von Norden her, von Ancón über Ventanilla auf den internationalen Flugplatz in Lima-Callao zu, suchte, der fand keine, oder nur Trampelpfade, und er konnte nicht ahnen, dass hier wenig
später gewaltige Siedlergebiete heranwachsen würden, welche sich mittlerweile über die Küstendünen hinweg bis an den Rand des pazifischen Ozeans ausgebreitet haben, wo noch Pelikane in der Brandung tauchen.
Der blutige peruanische Bürgerkrieg zwischen Militär und Sendero Luminoso hat diese gewaltige Landflucht verstärkt und einer -einst kooperativen- Erfahrung
platz gemacht. In der Wüste lässt es sich nämlich "mietfrei" wohnen. Gleichzeitig mit der Besiedlung von Angamos I, II und III, Hijos y Sobrinos del Almirante Grau usw. wurden auch unsere
"Barfuß-Küstenwüstenschulen" und unserer "Blütenblätterkindergärten" geboren und in aller Beharrlichkeit trotz zahlreicher Rückschläge (eigen- und fremdverursachter, ja sogar trotz
Lebensgefahren, als der Sendero uns inspizierte), immer weiter entwickelt und konzeptionell fortgeschrieben.
Die Randsiedlungen wuchsen und wachsen, und Manuela war immer unter den Ersten vor Ort, um Kindern ohne Zukunftsperspektiven Grundlagen der Bildung, Ethik und handwerklichen Fertigkeiten anzudienen und die Not der
Fehlernährung durch gesunde Ernährung zu lindern. Heute sind wir in Pachacútec an den Ufern des pazifischen Ozeans angekommen und haben uns hier mit dem neuen Fünf-Nischen-Konzept niedergelassen.
"Hemos hecho Patria": älter und gescheiter. Gott und den Kollegen dankbar blicken meine Frau Manuela Castaneda de Borst und ich zurück auf die
vergangenen 20 Jahre.
Da sind aus Kindern junge, selbstständige Erwachsene herangereift, die mit gesunden Lebensperspektiven eine echte Chance in den jungen Siedlungen haben. Das
alles wäre nie möglich geworden ohne die vielen Protagonisten vor Ort, die sich mit unermüdlichem Eifer, Einfallsreichtum und Mut den immer wieder gänzlich anderen Aufgaben gestellt haben! Ebenso wenig hätten
wir überlebt ohne die permanente Unterstützung der Praktikanten und Sponsoren, wie in ganz besonderen Maße auch Ayúdame e.V aus dem fernen Europa.
Ein Anlass, laut DANKE zu sagen.
Ein Anlass aber auch, dieses kleine Jubiläum mit Ihnen, mit Euch zu feiern. Da unser jüngstes Projekt in Pachacútec, die Schule Sol Naciente, für unsere
europäischen Freunde vielleicht ein bisschen zu weit weg ist und kaum räumlich alle aufnehmen kann, nehmen wir den ev. Kirchentag in Hannover zum Anlass, uns mit Euch/ Ihnen zu treffen, ein wenig in Erinnerungen zu
schwelgen. Wir erwarten den neuen Schulleiter persönlich, einigen bekannt als "el Tío Polo", Manuelas Bruder Leopoldo, den Liebe zu den Kindern auszeichnet.
Wir treffen uns am Donnerstag, den 26.5.05 von 10.00-18.00 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum Grasorf/Laatzen. Konrad Borst wird "In Indien Erlebtes
von der Überlebens- und Reformschule des Mahatma Gandhi" erzählen. Eine “multimediale” Ausstellung wird über die Entwicklung und die aktuelle Situation in Pachacutec Einblick geben. Eine Wegbeschreibung finden
Sie/findet ihr über diesen Link.
Mit einem lieben, dankbaren und freundschaftlichen "Auf Wiedersehn"!
Konrad Borst
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